#4 Zweierinterview: Wolfgang Effenberger und Peter Haisenko zu Geopolitik – Triebfeder Finanzsystem oder militärisch-industrieller Komplex?

Christoph Meier, Richard Roßmanith und Heinz-Uwe Schäfer definieren in ihrem Wörterbuch zur Sicherheitspolitik den Begriff Geopolitik als

ein Wissenschaftsfeld an der Schnittstelle zwischen Geographie, Politikwissenschaften, Geschichte und Soziologie, die die Beziehungen zwischen Raum und politischen Gegebenheiten untersucht. Sie ist auch die Lehre von der Raumgebundenheit der politischen Vorgänge sowie über den Staat als geographischen Organismus und weiters die Analyse des Einflusses der geographischen Bedingungen eines Staates auf seine nationale und internationale Politik.

Geopolitik heißt aber auch, dass jeder Staat den Maßgaben der geologischen und geographischen Gegebenheiten seines Staatsgebiets unterliegt. Diese bestimmen letztlich, welche wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Organisation in diesem Staat realisierbar ist.

So zumindest die oftmals vertretene Lehrmeinung zur Geopolitik. Einem Themenfeld, das in Deutschland aufgrund seiner eigenen Geschichte inzwischen nur noch ein Schattendasein fristet, während die angloamerikanischen Länder ihre Vorstellungen einer Geopolitik weltweit nicht nur medial umsetzen.

Doch wer treibt konkret geopolitische Themen voran? Wer entwickelt Konzepte wie Responsibility To Protect (R2P)? Wer hat ein Interesse daran, dass Strategiepapiere wie das TRADOC 525-3-1 mit dem Namen Win in a complex world 2020-2040 entwickelt und realisiert werden? Sind es reine Machtinteressen oder schieben im Hintergrund ganz andere Kräfte wie der Finanzsektor oder der militärisch-industrielle Komplex dies mit an?

Im Gesprae.ch stellte diese und andere Fragen Wolfgang Effenberger und Peter Haisenko…

Wolfgang Effenberger - Bildquelle: Anderweltonline.com
Wolfgang Effenberger – Bildquelle: Anderweltonline.com

Wolfgang Effenberger wurde 1946 als Kind schlesischer Eltern wenige Wochen nach der Vertreibung im südoldenburgischen Lohne geboren. Nach der Offiziersausbildung studierte er bei der Bundeswehr Bauingenieurwesen und erhielt als junger Pionierhauptmann Einblick in das von den USA vorbereitete “atomare Gefechtsfeld” in Europa. In den letzten beiden Dienstjahren studierte er im Abendstudium an der Hochschule für Politik (HfP) München und nach dem Ausscheiden aus der Bundeswehr Höheres Lehramt (Bauwesen/Mathematik) an der TU München. Danach unterrichtete er bis zum Jahr 2000 an der Fachschule für Bautechnik (München). Anlässlich der Antrittsrede von George W. Bush 2001 wandte er sich zunächst der amerikanischen Geschichte und Politik und später verstärkt geopolitischen Fragestellungen zu. Als Autor mehrerer Bücher und zahlreicher Fachartikel engagiert er sich seitdem für die Aufklärung über die Ursachen des ersten Weltkriegs (Urkatastrophe des 20.Jahrhunderts) und für eine friedliche Welt.

2014 publizierte er zusammen mit Willy Wimmer – 33 Jahre Bundestagsabgeordneter und ehemaliger Staatssekretär – das Buch Wiederkehr der Hasardeure – Schattenstrategen, Kriegstreiber, stille Profiteure 1914 und heute. Sein letztes Buch Geo-Imperialismus – Die Zerstörung der Welt erschien 2016. Er lebt als freier Buchautor am Starnberger See.

Peter Haisenko - Bildquelle: Anderweltonline.com
Peter Haisenko – Bildquelle: Anderweltonline.com

Der 1952 in München geborene Peter Haisenko ging bereits seit seiner Jugend in Gräfelfing seiner Leidenschaft Elektronik und Technik nach. Neben seinem Abitur hat er in einem kleinen Verlag gearbeitet und dort erste Erfahrungen im publizistischen Bereich erworben.

Nach dem Abitur absolvierte er die Ausbildung an der Lufthansa-Flugschule zum Verkehrspilot. Die folgenden 30 Jahre war Peter Haisenko im weltweiten Einsatz als Copilot und Kapitän auf den Mustern B727, DC 8, B747, B737, DC 10 und A 340.

Seit 2004 ist er als Autor und Journalist tätig und hat die Bücher Bankraub globalisiert und England, die Deutschen, die Juden und das 20. Jahrhundert sowie als Herausgeber Der Weg vom Don zur Isar in zwei Bänden veröffentlicht.

Im Jahre 2007 erfolgte die Gründung des AnderweltVerlags und 2013 des Online-Magazins Anderweltonline.com.

Peter Haisenko hat in den letzten Jahren etwa 300 Artikel mit den Schwerpunkten Wirtschaft, Historie, Politik und Luftfahrt veröffentlicht und gilt als ausgewiesener Experte in diesen Themenbereichen.


Im Gesprae.ch:  Geopolitik ist in Deutschland ein Themenbereich, der sowohl in den Medien als auch in der Politik so gut wie nicht stattfindet. Zwar hat der geopolitische Diskurs in Wissenschaft und Publizistik eine Art Rennaissance erlebt, aber meist versteckt und gerne als “räumliche Konfliktforschung” tituliert.Warum fällt Deutschland dieses Thema so schwer? Kann dies allein mit der Zeit des Nationalsozialismus erklärt werden oder steckt doch etwas mehr dahinter? Stichwort deutsche Souveränität?
Wolfgang Effenberger: Schon Otto von Bismarck erkannte die “Geografie als Konstante der Geschichte”, in der die geografischen – und auch geologischen – Gegebenheiten eng mit politischen Zusammenhängen verknüpft sind. Das hat die Geschichte der deutschen Lande bisher nachhaltig geprägt. In der Mitte Westeuropas gelegen, an der Schnittstelle zwischen West und Ost, Slawen und Romanen, waren sie immer durch die vielen Nachbarn gefährdet, die ein starkes Land in der Mitte verhindern wollten.

Ein beredtes Zeugnis dafür legt der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) ab, der zwar mit einem religiösen Vorwand begann, jedoch für strategische Ziele geführt wurde.Wie eng Geografie und Politik zusammenhängen, zeigt sich auch heute an den Verwerfungslinien alter und zugleich neuer Territorialkonflikte. Nach dem ersten Weltkrieg machte Karl Haushofer die Herzlandtheorie des größten englischen Geografen Sir Halford Mackinder bekannt. Mackinder befürchtete, dass der strategisch wichtige zentral-eurasische Raum von Deutschland und/oder Russland beherrscht werden könnte. So wurden im Versailler Vertrag die Weichen dafür gestellt, beide Staaten nachhaltig zu trennen, was vor allem durch die Stärkung Polens erreicht wurde. Die Geopolitik spielte in den angelsächsischen Ländern schon vor und während des ersten Weltkriegs eine bedeutende Rolle, nach 1945 wurde sie dann aber für die Strategen in den USA ein zentrales Motiv der Politik – in Deutschland war sie durch den Nationalsozialismus verpönt. Erst nach der Wiedervereinigung wurde vorsichtig und immer politisch korrekt von einer “Kritischen Geopolitik” gesprochen.

1993 wurde von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung der Begriff Geopolitik fünf Mal und 2011 15 Mal verwendet. Dabei führte die westliche Allianz zwischen 1993 und 2011 auf dem Balkan, in Afghanistan, im Irak und in Libyen Krieg, in Syrien wurden die Weichen für einen Bürgerkrieg gestellt. Dazu kamen und kommen die ständigen Erweiterungen der NATO in Richtung Osten (Herzland!). All diese Kriege wurden und werden um geopolitische Ziele und um Ressourcen geführt. Es geht um absolute Dominanz und Ausbeutung, was treffend mit dem Begriff Geoimperalismus bezeichnet werden kann! Den westlichen Geoimperialismus wollen wir in der Bundesrepublik nicht wahrhaben, daher fällt uns der Umgang mit dem Thema so schwer.

Peter Haisenko: Deutschland, oder auch das Deutsche Reich, wird bei der UN immer noch als “Feindstaat” geführt.

Deutschland hat keinen Friedensvertrag.

So gesehen, befindet sich Deutschland nur im Zustand des Waffenstillstands. Der völkerrechtliche Status der BRD ist nicht endgültig geklärt ebenso, wie ihre Grenzen. Wie soll ein solches Gebilde aktiv an der Weltpolitik teilhaben?

Bereits das Nye-Committee (US-Untersuchungsausschuss 1934 bis 1936) stellte zu den Kriegseintrittsgründen der USA in den Ersten Weltkrieg fest, dass sowohl Banken als auch die Rüstungsindustrie vor und während des Krieges starken Einfluss auf die US-Außenpolitik nahmen und letztlich das Land zum Kriegseintritt gegen Deutschland brachten. Unter anderem weil das Bankhaus JP Morgan, das sich extrem auf Seiten Englands bei der Kreditvergabe “engagiert” hatte, vor dem Ruin gestanden hätte, wenn die USA weiter außen vor geblieben wären.

Wir wissen heute durch die Forschungen von Antony Sutton auch, dass die Wall Street den Aufstieg Hitlers unterstützte bzw. beide Kriegsseiten finanzierte.

Warum glauben Sie, sind diese Tatsachen bis heute nur so wenigen Menschen bekannt?

Ab 1934 ging in den USA die Angst vor einem neuen Krieg um, da das Militär wieder an Kriegsplänen arbeitete (Rainbow-Plans).

Im gleichen Jahr nahm im US-Kongress ein Untersuchungsausschuss unter Leitung von Senator Gerald P. Nye die Arbeit auf, der die Hintergründe für den Kriegseintritt der USA 1917 herausfinden sollte. Nach sorgfältigen zweijährigen Untersuchungen und Anhörungen konnte das Nye-Komitee überzeugend darstellen, dass Banker und Rüstungsindustrielle neben Preisabsprachen vor und während des Krieges starken Einfluss auf die US-Außenpolitik genommen und so das Land in den Krieg “getrickst” hatten. Bis zur amerikanischen Kriegserklärung an Deutschland am 6. April 1917 hatte die Wall Street – hier vor allem die J.P. Morgan Company – 2.100 Millionen US-Dollar an Großbritannien und Frankreich verliehen. Deutschland hatte im gleichen Zeitraum 27 Millionen erhalten.

1935 erschien Mabel Dwights Lithografie Merchants of Death – Die Händler des Todes. Und am 19. Oktober 1936 berichtete US-Botschafter William E. Dodd erschreckt aus Berlin über das Wirken des amerikanischen Big Business – Du Pont, Standard Oil, Harvester Company, General Motors, Ford – in Deutschland und die mit dessen Unterstützung und Aufrüstung Hitlers verbundene gestiegene Kriegsgefahr. Warum wurde Hitler von amerikanischen Bankern und Industriellen unterstützt?

Die Globalisten, die an Krieg, Zerstörung und Wiederaufbau am meisten verdienen, möchten kaum in Erscheinung treten. Sie akkumulieren immer mehr Kapital und damit auch mehr Macht. Ihre Aktivitäten sind nur solange möglich, wie die Menschen unwissend sind. Damit das so ist, arbeitet ein Heer von Spin-Doktoren und Propagandisten an der Ablenkung von wahren Zusammenhängen. Professor Mausfeld hat diese Methoden in seiner beeindruckend-erhellenden Vorlesung aufgezeigt: Fragmentierung und Dekontextualisierung. Das Bild wird atomisiert und Einzelheiten werden aus ihrem Kontext genommen, so wird ihre Bedeutung unsichtbar und der Gesamtzusammenhang nicht erkennbar. Vier unmittelbar zusammenhängende Ereignisse aus dem Jahr 1947 mögen dies verdeutlichen:

14.5.47: Churchill fordert in der Albert Hall die Schaffung eines vereinigten Europa als Zwischenschritt zu einer autoritativen, allmächtigen Weltordnung;

15.5.47: Truman-Doktrin (Eindämmung der Sowjetunion);

06.6.47: Marshall-Plan: Hilfe für wirtschaftlichen Wiederaufbau (Im NATO-Vertrag vom 4. April 1949 wird die Einsicht verlangt, dass wirtschaftlicher Wiederaufbau und  wirtschaftliche Stabilität wichtige Elemente der Sicherheit sind); Initiator und Namensgeber war Fünfsterne-General George Marshall, der während des Zweiten Weltkriegs als Chief of Staff of the Army die alliierten Operationen in Europa und im Pazifik koordinierte;

26.7.47: National Security Act (Grundlage für alle militärischen Aktivitäten der USA seit 1947).

Im Kontext wird deutlich, dass der Marshall-Plan nicht aus humanitären Motiven entwickelt wurde, sondern ausschließlich der Vorbereitung auf die geplante militärische Auseinandersetzung mit der Sowjetunion diente. Im Übrigen mussten die Empfängerländer der Hilfen einen Teil ihrer Souveränität an die USA abgeben.

Neben der Technik des Fragmentierens und Dekontextualisierens hat Mausfeld noch auf eine weitere Strategie der Macher der öffentlichen Meinung verwiesen: “Wer das Spektrum beherrscht, wer die Ränder markiert und sagt, das ist sozusagen der äußerste Rand des Akzeptablen, der hat einen großen Teil des Meinungsmanagements erreicht.” Alles was jenseits dieser Ränder steht, darf aufgebauscht, diffamiert, und dämonisiert werden. Dabei übersehen diese Macher, dass es ihre gesetzliche Aufgabe ist, objektiv und fair über wichtige Ereignisse zu berichten (im Rundfunkstaatsvertrag ist sogar der hehre Begriff der Wahrheitsverpflichtung verankert).

Die Kriegserklärung der USA an das Deutsche Reich 1917 war bestimmt von Betrug.

Die offiziell als Kriegsgrund angegebene Versenkung der Lusitania ist vom US-Kongress 1923 als “nicht zu beanstanden” erklärt worden, denn die Briten haben kriegs- und völkerrechtswidrig Kriegswaffen auf dem zivilen Schiff transportiert.

Die USA mussten in den Krieg eintreten, um ihre Kredite an England und Frankreich zu retten, die ein Vielfaches des Kredits an das Deutsche Reich ausmachten. Wären diese Tatsachen in Deutschland bekannt, wäre die Lüge von der Alleinschuld des Deutschen Reichs am Ersten Weltkrieg noch weniger haltbar.

Wie hoch ist Ihrer Meinung nach die Wahrscheinlichkeit, dass auch heute genau jene Kreise wie damals involviert sind, wenn es um die weltweiten Konflikte geht?
Sehr hoch. Es sind vermutlich jene Kreise, die am 22. November 1910 Nelson W. Aldrich, republikanischer Senatsführer, Vorsitzender der “National Monetary Commission” und Geschäftspartner von J.P. Morgan, Schwiegervater von John D. Rockefeller Jr., auf der vor der Küste Georgias liegenden Insel Jekyll Island versammelte. Unter strengster Geheimhaltung bereiteten die reichsten und einflussreichsten Banker auf dem Grundstück von J.P. Morgan die Gründung einer Zentralbank vor.

Die “Verschwörergruppe” von Jekyll Island  konnte bisher nur über die Geldreserven von New York dominieren. Mit der anvisierten Zentralbank wollten sie die Bankreserven des ganzen Landes beherrschen, so Senator Aldrich. Auch wollte man die US-Industrie von sich abhängig machen. Der Kongress durfte aber nicht mißtrauisch werden. Und so musste man geschickt vorgehen. Am 23. Dezember 1913 unterschrieb Präsident Wilson das Bankgesetz zur Gründung der FED. Ohne sie wäre die Finanzierung der Entente während des gesamten ersten Weltkriegs kaum möglich gewesen.

Nur wenige Tage vor Kriegsausbruch 1914 sagte der Erzbischhof von New York, Kardinal Farley auf dem Eucharistischen Weltkongress in Lourdes (22.-26. 7.1914):

“Der Krieg, der in Vorbereitung ist, wird ein Kampf zwischen dem internationalen Kapital und den regierenden Dynastien sein. Das Kapital wünscht niemanden über sich zu haben, kennt keinen Gott oder Herrn und möchte alle Staaten als großes Bankgeschäft regieren lassen. Ihr Gewinn soll zur alleinigen Richtschnur der Regierenden werden …Business … einzig und allein.”

Heute werden wieder weltweit Kriege geführt, angeblich für Freiheit und Demokratie. Und nun lautet der Schlachtruf dieser Kreise: “No Borders, No Nations”.

US-General Smedley Butler hat sich als Kronzeuge über die hässlichen Machenschaften des US-Kapitals geäußert:

“Ich war 33 Jahre und vier Monate im aktiven Militärdienst, und damals habe ich die meiste Zeit als hochgradiger Schläger für Großkonzerne, für die Wall Street und ihrer Banker verbracht.

Kurz gesagt, ich war ein Gauner, ein Gangster für den Kapitalismus….Ich habe dabei geholfen ein halbes Dutzend zentralamerikanische Republiken zum Vorteil der Wall Street zu vergewaltigen… Ich hätte Al Capone einige Tipps geben können. Das beste was er erreichte war in drei Distrikten (von Chicago) mit seiner Gaunerei zu operieren. Ich operierte auf drei Kontinenten.”

Heute wird auf allen Kontinenten operiert. Die Welt ist in US-Militärkommandos eingeteilt. Unterhalb des “Herzlandes” wurde von Jimmy Carter und Zbigniew Brzezinski das Zentrale US-Kommando (CENTCOM) installiert. Und unter Bill Clinton wurde 5 Tage vor dem Angriff auf Restjugoslawien das Seidenstraßen-Strategiegesetz verabschiedet. Mit ihm definierten die USA ihre umfassenden wirtschaftlichen und strategischen Interessen in einer riesigen Region, die sich vom Mittelmeer bis nach Zentralasien erstreckt.

100 Prozent!
Mit Donald Trump sitzt seit einem guten Jahr ein US-Präsident im Oval Office, der auch mittels des Spruchs “Drain the swamp (Den Sumpf austrocknen)” den Wahlkampf 2016 gewinnen konnte.

Vielen galt Trump als Hoffnungsträger, der die Rolle von Goldman Sachs und Co. in der US-Administration zurückdrängen würde. Der seine Mannschaft nicht nach Zugehörigkeit zum Council On Foreign Relations ausrichten würde. Ein Jahr danach ist Ernüchterung eingetreten. Sein Finanzminister ist ein Ex-Mitarbeiter von Goldman Sachs, sein Handelsminister ein ehemaliger Rothschild-Mann und seine Führungsgarde besteht zu einem sehr großen Teil aus Militärs bzw. ehemaligen Militärangehörigen. Die meisten davon mehrfache Millionäre.

Waren Trumps Wahlkampfversprechen nichts weiter als leere Rhetorik, während nach wie vor Banken und Rüstungskonzerne über ihre Mittelsmänner die Politik und damit auch die Geopolitik des immer noch mächtigsten Landes der Welt bestimmen?

Donald Trump ist in seinem Wahlkampf als entschiedener Kämpfer gegen das politische Establishment der USA aufgetreten. In seiner Video-Ansprache vom 24.10.2016 sprach er Klartext:

“Unserer Bewegung geht es darum, ein gescheitertes und korruptes politisches Establishment durch eine Regierung zu ersetzen, die von Euch, dem amerikanischen Volk, kontrolliert wird. … Dies ist ein Scheideweg in der Geschichte unserer Zivilisation, wo wir, das Volk, entscheiden, ob wir die Kontrolle über unsere Regierung zurückerlangen. … Das wird unsere letzte Chance sein, sie zu retten. Diese Wahl wird zeigen, ob wir eine freie Nation sind, oder ob wir nur die Illusion einer Demokratie haben, in Wirklichkeit aber von einer Handvoll globaler Lobbyisten kontrolliert werden (das Bild von George Soros wird eingeblendet), die unser System manipulieren.”

Da ist es natürlich überraschend, dass sein Wahlkampf-Finanzmanager Steven Mnuchin 17 Jahre für Goldmann & Sachs gearbeitet hat, einen eigenen Hedgefonds betrieb – in den George Soros Hunderte Millionen Dollars investierte – und seit 1985 Mitglied des Ordens Skulls & Bones ist. Wenige Tage vor seiner Wahl verkündete der “Anti-Establishment”-Kandidat, dass Mnuchin sein Finanzminister werden solle.

Hatte Trump noch im Wahlkampf bessere Beziehungen zu Russland knüpfen wollen, so wurde sein auf Ausgleich bedachter Berater Steve Bannon im August 2017 aus dem Amt entfernt. Schon vorher, im Februar, hatte es seinen ersten Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn erwischt. Er wurde wegen seines geschmeidigen Moskau-Kurses von den Hardlinern aus dem Amt gedrängt. Ersetzt wurde er durch den hochdekorierten Soldaten und Russland-Hardliner General Herbert R. McMaster, unter dessen Ägide nun die aktuelle Nationale Sicherheitsstrategie ausgearbeitet wurde. Vor seiner Berufung zum Nationalen Sicherheitsberater war McMaster stellvertretender Kommandierender General des United States Army Training and Doctrine Command (TRADOC) in Fort Monroe, Hampton (Virginia).

In seinem Buch Great Again hat Trump noch zwischen Russland und China differenziert. In der neuen Nationalen Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten (NSS) – vorgestellt vom Weißen Haus am 17. Dezember 2017 – stellt Trump beide Länder auf eine Stufe.

China und Russland seien entschlossen, die Sicherheit und den Wohlstand Amerikas auszuhöhlen und “die ökonomische Freiheit und Fairness zu untergraben, ihr Militär auszuweiten und mittels Daten- und Informationskontrolle ihre Bevölkerung zu unterdrücken und ihren Einfluss auszuweiten.” Das findet sich so schon in dem im Oktober 2014 vorgestellten Operationskonzept Siegen in einer komplexen Welt 2020-2040. Erstellt wurde das Papier vom U.S. Army Training and Doctrine Command (TRADOC) – McMaster läßt grüßen.

Ist Donald Trump, der im Wahlkampf noch dem herrschenden Wall Street– und Kriegs-Establishment den Kampf angesagt hatte und deshalb in den Medien als dummdreister Machtmensch verunglimpft wurde, nun zur Marionette einer US-Militärjunta dreier Generäle – Verteidigungsminister Mattis, Minister für Innere Sicherheit Kelly, Sicherheitsberater MacMaster – geworden? Auf jeden Fall scheint es dem Establishment gelungen zu sein, Trump die Eckzähne zu ziehen und ihn in die bekannten strategischen Pläne einzubeziehen.

Definitiv nicht!

Donald Trump hat um sich “gefährliche alte Männer” versammelt, die, wie er selbst auch, nicht mehr durch Karriereplanungen von moralischem Handeln abgehalten werden. Um die Machenschaften der Finanzmafia und des “Deep State” zu beenden, braucht er erfahrene Fachleute, die das System von innen kennen.

Allerdings ist sein Handeln zur Zeit noch stark behindert durch die Kampagne des Clinton-Clans zur “Wahleinmischung” Russlands. Wenn das geklärt ist, kann er die Politik machen, die er angekündigt hat.

Auch gegenüber Russland.

KRIEG – da ist zuerst die Hoffnung, dass es einem besser gehen wird, hierauf die Erwartung, dass es dem anderen schlechter gehen wird, dann die Genugtuung, dass es dem anderen auch nicht besser geht, und hernach die Überraschung, dass es beiden schlechter geht.”

Dieses Zitat stammt vom österreichischen Schriftsteller Karl Kraus (1875 bis 1936). Kraus hat dabei eigentlich nur den Zusatz vergessen, dass es “hernach einer kleinen Gruppe an Menschen sehr viel besser geht”. Sprich dass es immer Kriegsgewinnler gibt, die bei einem Konflikt und einer Krise Profite generieren und daher überhaupt nicht abgeneigt sind, dass es zu solchen Handlungen kommt.

Neben der Finanzbranche ist der größte Gewinner in solchen Konflikten zweifellos die Rüstungsindustrie, die gerne euphemistisch als Maschinenbau bezeichnet wird. Nach Angaben des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) gab die Welt allein im Jahre 2016 1,69 Billionen US-Dollar für Waffen und das Militär aus. Eine unfassbare Zahl, die den globalen Wahnsinn belegt.

Sind wir als Gesellschaft nicht hilflos den Machenschaften des militärisch-industriellen Komplexes ausgeliefert? Gerade wenn man um die “Verbindungen zwischen Politik und Industrie” weiß? Und was können wir als Gesellschaft Ihrer Meinung nach dagegen tun?

Die Globalisierer mit ihren multinationalen Konzernen sind in der Lage, starken Einfluss auf Politik und Medien auszuüben. US-Präsident Dwight D. Eisenhower warnte in seiner Abschiedsrede 1961 eindringlich vor den Gefahren seitens des militärisch-industriellen Komplexes. Er bedrohe die Freiheit und sei eine Gefahr für die Demokratie.

Das größere Gewicht hat immer noch das Kapital, der Mensch ist schwach und die Verlockungen sind häufig zu groß. Es wäre schon viel geholfen, wenn man auf die Einhaltung der bestehenden Gesetze pochen würde. In vorbildlicher Weise gehen da die ehemaligen Tagesschau-Mitarbeiter Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer gegen erkannte Verstöße vor und legen immer wieder Programmbeschwerden ein – inzwischen mehr als 100 (!). Beide hatten noch zur ihren Dienstzeiten erkannt, dass der Level der Gehirnwäsche im Sender immer höher stieg. Von den Qualitätsmedien werden sie als Querulanten und von den anderen als Journalisten vom alten Schlag bezeichnet. Zumindest beweisen die beiden Männer Rückgrat. Obwohl sogar das Bundesverfassungsgericht die “Staatsnähe” des öffentlich-rechtlichen Rundfunks kritisierte und am 25.03.2014 in einem bislang ignorierten Urteil mehr “staatsferne” Mitglieder in den Rundfunk-Räten forderte, scheint sich das Propagandakarussell immer schneller zu drehen.

Die Gesellschaft scheint davon wenig zu bemerken, daher kann man keinen allgemeinen Widerstand erwarten. Es wird auf den einzelnen Menschen ankommen. Rudolf Steiner hat am 15. Januar 1917 auf die Frage “Was kann man tun?” geantwortet: “Das erste, was man tun kann, ist, dass man versucht, die Dinge zu verstehen, zu durchschauen. Dann sind schon die Gedanken da, die Kräfte sind, und die sich auswirken werden.” Also Mut zur Aufklärung! Und da ist ja Im Gesprae.ch auf dem richtigen Weg.

Es ist eine einfache Regel: Wenn die Kapitalmassen in privater Hand zu groß werden, ist die Demokratie beendet.

Das Finanzsystem ist so aufgebaut, dass das Kapital aus sich selbst heraus auf irrsinnige Größen anwachsen kann und so die Welt beherrscht. Schon Henry Kissinger hat festgestellt, dass derjenige, der über das Geld herrscht, über die ganze Welt herrschen kann. Um diesen Zustand zu beenden, braucht die Welt ein vollständig neues Finanz- und Wirtschaftssystem.

Ich verweise hierzu auf Die Humane Marktwirtschaft nach Haisenko/ von Brunn. Es ist das erste komplett durchkonstruierte System, das alle Aspekte abdeckt. Mit diesem System kann die Macht des Kapitals gebrochen werden und die Welt zu gerechtem Frieden finden.

Deutschland soll nach Wünschen der USA/NATO 2% seines Bruttoinlandsprodukts für die Verteidigung ausgeben. 2016 standen wir bei 1,22%, was 35,1 Milliarden Euro entspricht. Im Vergleich zu 2015 entsprach dies einer Steigerung von mehr als 10%. Und auch 2017 will die Bundesregierung den Wehretat um 2 Milliarden auf dann 37 Milliarden Euro erhöhen.

Während in Deutschland die Infrastruktur, die Schulen und Unis zerfallen, immer mehr Menschen in Armut leben müssen und die Alters- bzw. Kinderarmut zunimmt, leistet sich Berlin das größte Kriegsbudget seiner Geschichte. Unter anderem um in 17 Ländern weltweit die Interessen US-amerikanischer Geopolitik zu verfolgen. 

Wie haben es Ihrer Ansicht nach Politik und auch die Rüstungsindustrie geschafft, dass diese Tatsachen so wenig Interesse und vor allem Widerstand in der Gesellschaft erfährt? Und welche Rolle spielt dabei unsere Medienlandschaft?

Da kann ich wieder nur auf Mausfeld verweisen. Immer wieder muss ich feststellen, dass die Medien in vielen Bereichen nicht informieren, sondern desinformieren mit dem Ziel, die für die transatlantischen Eliten unbequemen Fakten zu verschleiern oder zu verzerren oder die Information darüber als Verschwörungstheorie abzutun.

In den letzten zehn Jahren waren die USA der größte Waffenexporteur vor Russland. Den dritten Platz behauptete meistens Deutschland. Ohne diesen lukrativen Waffenhandel wären die vielen Kriege mit ihren Flüchtlingsströmen gar nicht denkbar. 2016 gaben die USA laut Sipri 611 Milliarden Dollar aus, gefolgt von China mit Ausgaben in Höhe von 215 Milliarden Dollar, gefolgt von Russland mit 69,2 Milliarden Dollar. Die Rüstungsausgaben aller NATO-Länder dürften zur Freude des militärisch-Industriellen Komplexes den Löwenanteil der weltweiten Rüstungsausgaben ausmachen. Der von vielen  linksliberalen Illusionisten immer noch verehrte Friedensnobelpreisträger Obama präsidierte während seiner Amtszeit über sieben Kriege (Afghanistan, Irak, Libyen, Pakistan, Somalia, Syrien und Jemen), mehr als jeder andere US-Präsident zuvor – ein historischer Rekord! Kritik in öffentlichen Medien? Fehlanzeige! Dafür werden die angeblichen Verbrechen des “Feindes” herausgestellt.

Die Medien entscheiden, welche Missstände an den Pranger zu stellen sind. Während über die Umtriebe der Neo-Nazis in der Ukraine höchstens am Rande berichtet wird, werden dagegen schon Zweifler an der Merkelschen Flüchtlingspolitik mit nationalistischen Fremdenfeinden auf eine Stufe gestellt. Die Massenmedien stabilisieren – wie zu allen Zeiten – das System. Es scheint keine “freien” Medien mehr zu geben. Grund dafür ist sicherlich nicht irgendeine mächtige Überwachungsinstitution. Es ist vermutlich die Unwissenheit, der Gruppenzwang und der Tunnelblick auf die eigene Karriere. Die meisten Journalisten arbeiten frei, sie sind auf Aufträge angewiesen. Da spricht es sich schon schnell herum, wenn ein kritischer Kollege keine Aufträge mehr bekommt. Und wer möchte sich schon gern als “Verschwörungstheoretiker”, “Putin-Versteher” oder gar “Rechtspopulist” bezeichnen lassen?

Die “Vierte Gewalt”, die Medien, erfüllen ihre Aufgabe nicht mehr.

Sie sind usurpiert von der herrschenden Politik und natürlich vom Kapital, das aufsässige Journalisten aussortiert und in die Armut treibt. Man bedenke: Was nicht in den Abendnachrichten der ÖR-Medien berichtet oder andiskutiert wird, findet für die Öffentlichkeit nicht statt. So kann die Politik machen, was die Herrscher über die Medien gutheißen.

Zur Rüstung allgemein: Deutschland in der Mitte Europas wird von keinem Nachbarn, auch im weiteren Sinn, bedroht. Es besteht keine Gefahr, dass Deutschland angegriffen wird.

Wofür braucht Deutschland überhaupt eine Armee? Oder Kampfflugzeuge?

Es würde aus reichen einen stabilen Grenzschutz sicherzustellen und vielleicht Abwehrwaffen gegen Luftangriffe in einer Stärke zu haben, die jedem möglichen Aggressor, auch einem weit entfernten, einen Angriff aus der Luft unmöglich macht.

Galt bis vor wenigen Jahren das Konzept Responsibility To Protect (Verantwortung zum Schutz), das darauf abzielte, schwerste Menschenrechtsverletzungen zu unterbinden, wenn es um die Begründung seitens des Westens ging in anderen Ländern “eingreifen” zu können, so rechtfertigen heute die USA dies mit dem Hinweis auf die Responsibility To Attack (Verantwortung zum Angriff), d.h. sie sehen es als ihre moralische Verpflichtung an anzugreifen zu müssen.

Diese “Feigenblätter” für ein militärisches Eingreifen werden sehr gerne herangezogen, wenn es um Länder geht, die rein zufällig auf wichtigen Bodenschätzen und Ressourcen sitzen bzw. wenn sich Staaten gegen vom Westen gewünschte Pipelines aussprechen. Sei es Mali, sei es Syrien. Während Jemen nicht unter diese “Kategorie” fällt, obwohl dort gerade ein Völkermord vor den Augen der Welt stattfindet.

Wie stehen Sie zu solchen “Begründungen”? Und warum findet keine kritische Auseinandersetzung in der Öffentlichkeit mit der offensichtlichen Doppelzüngigkeit  statt?

Die rücksichtlose Ausbeutung und Ausplünderung von Drittländern darf als solche nicht erkannt werden. Die meisten Menschen auf der ganzen Welt würden ein solches Vorgehen nicht tolerieren. Also muss diese imperiale Geopolitik im Gewand einer Ideologie daherkommen. Und da bieten sich für die westliche Wertegemeinschaft “Freiheit und Demokratie” an.

Kritik an dieser Heuchelei wird als “Verschwörungstheorie” abgewertet. Wie das passiert, zeigt das Beispiel des Schweizer Historikers Daniele Ganser, der es wagte, die Regierungsversion zum 11. September 2001 in Frage zu stellen. Einerseits wird durch die Dämonisierung terroristischer Extremisten (die z. T. nachweislich sogar von der CIA ausgebildet und mit Waffen und Geld versorgt wurden) eine diffuse Bedrohung geschaffen und andererseits ein “Wir sind die Guten”-Gemeinschaftsgefühl im Kampf gegen Rückständigkeit und Unfreiheit erzeugt. So können sich westliche Konsumegoisten als Wohltäter der Menschheit fühlen und ihren eigenen Anteil am Elend der Ausbeutung solide verdrängen. Das Meinungskartell funktioniert also auch deshalb so gut, weil die angebotene Version für die meisten so komfortabel ist.

Seit und mit dem Ersten Weltkrieg gab es nur noch zusammengelogene Begründungen für einen Kriegsbeginn.

Seit 1949 sind hunderte Kriege geführt worden, jedoch alle ohne die letzte vorher zu gehende Warnung, der Kriegserklärung. Allein deswegen waren alle Kriege nach 1949 völkerrechtswidrig.

Neben dem “Krieg ums Öl”, mit dem die USA die Vormacht des “Petrodollars” erhalten, werden Länder angegriffen und zerstört, die weitgehend schuldenfrei und so nicht mit der Finanzwaffe kontrollierbar sind.

Dass die Doppelzüngigkeit erhalten werden kann, siehe mein Kommentar zu den Medien.

George Orwell beschrieb in seinem Klassiker 1984 die Technik des Neusprechs, die von einem autoritären Regime in seiner Dystopie angewandt wurde. Aus Krieg wurde Frieden. Aus Gut wurde Böse.

Diese künstlich veränderte Sprache kann man heute als Political Correctness bezeichnen, die es Politik, Finanzwesen und auch dem militärisch-industriellen Komplex ermöglicht, die Bevölkerungen gezielt zu manipulieren und zu indoktrinieren. Aus Kriegseinsätzen wurden humanitäre Hilfseinsätze. Aus Waffenkäufe wurde die Truppen ertüchtigen.

Welche Rolle spielt die Keule der Politischen Korrektheit heute, wenn es zum Thema Geopolitik, Militäreinsätze oder Budgeterhöhungen für die Bundeswehr kommt?

Unter dem Signum angeblicher Humanität werden Staaten destabilisiert, Konflikte geschürt und sogar Städte zerbombt. An allem wird dann verdient, am Krieg, am Wiederaufbau, an der Not und Entwurzelung der Menschen. In dem solcher Art zerstörten Land können dann die eigenen Strukturen der Ausbeutung etabliert werden, das nennt sich dann “Demokratie”. Und mit den Flüchtlingen können dann wirtschaftliche Konkurrenten destabilisiert werden usw. Wenn man es als das bezeichnen würde, was es ist, würde unsere Bevölkerung nicht mitmachen. Ähnliches haben wir ja vor 40 Jahren mit der Atomenergie erlebt: “Kern”-Energie klingt sehr gesund, ebenso “Entsorgungspark”.

Die verlogenen Begriffe haben Auswirkungen auf unser Erleben. Wie bereits Konfuzius 484 v. Chr. feststellte: “Wenn die Begriffe nicht richtig sind, so stimmen die Worte nicht; stimmen die Worte nicht, so kommen die Werke nicht zustande …Was vor allem nötig ist, ist, dass man die Dinge beim rechten Namen nennen kann…Wenn in einem Staat faule Stellen sind, die eine Verwirrung der Begriffe verursachen, so ist ein energisches, klares Wort eine Unmöglichkeit.” Wenn also die Begriffe nicht mehr stimmen, leidet das Verhältnis des Menschen zur Wirklichkeit. Das heißt, dass die lebendige Wirklichkeit verschwindet und das Leben zunehmend unwirklich wird. Sprache ist eben nicht nur ein beliebiges Zeichensystem, sondern ein entscheidendes Medium der Konstituierung menschlicher Wirklichkeit durch die Bewußtwerdung und Mitteilung erlebter Erfahrung. Medial inszenierte Wirklichkeit wird zum Ersatz. Das aber ist eine Form der Wirklichkeit, in der andere entscheiden und beurteilen.

Die Kontrolle über den Sprachduktus war schon immer die Machtmethode faschistoider Regime.

Die Political Correctness verhindert, dass über kritische Themen konstruktiv diskutiert werden kann, indem sie Andersdenkende diffamiert und in ungerechtfertigte politische Ecken stellt.

Mit Syrien, Ukraine, dem Iran und Nord-Korea gibt es zahlreiche Konfliktherde, die das Potenzial in sich tragen, dass daraus größere Kriegshandlungen entstehen. Gerade die aktuelle Lage in und um Nord-Korea, auch im Hinblick auf die bald stattfindenden Olympischen Winterspiele, lässt aufhorchen. Insbesondere, dass

– eine ganzen Armada an US-Kriegsschiffen vor der Küste Süd- und Nord-Koreas liegt,
– das ein “Entwicklungssprung” bei der nord-koreanischen Raketentechnologie in den letzten Monaten stattgefunden hat, bis zu dem Punkt, wo nord-koreanische ICBMs die USA treffen könnten,
– eine ständig zunehmenden Kriegsrhetorik auf beiden Seiten “gepflegt” wird,
– und dass eine in der süd-koreanischen Bevölkerung festzustellenden Abkehr von der Diplomatie festzustellen ist, wenn diese Bilder von Kim Jong-Un öffentlich verbrennt und fordert, dass ein gemeinsames Auftreten beider Staaten bei der Olympiade beendet wird (Stichwort gemeinsames Eishockeyteam).

Die USA verfolgen eine lange Tradition der Angriffe unter falscher Flagge, um ein militärisches Eingreifen rechtfertigen oder einen Krieg vom Zaun brechen zu können. Die USS Maine im Spanischen Krieg oder der Zwischenfall von Tonkin sind solchen inzwischen sogar mit offiziellen CIA-Dokumenten unterlegten False Flag-Operationen.

Besteht aus Ihrer Sicht die Gefahr, dass der immer mehr in die Defensive geratene Hegemon, sprich die USA, einen Versuch starten könnte, seine geopolitischen Vorstellungen zu “retten”, in dem er an der “Zündschnur Nord-Korea spielt”?

Die USA streben mit allen Mitteln eine unipolare Welt an, sie fühlen sich erst sicher, wenn sie alles unter ihre Kontrolle gebracht haben. In der Vergangenheit haben die Kriegsprovokationen immer wieder funktioniert, die Bösen waren immer die Anderen, profitiert haben immer die USA, die sich als Befreier inszeniert haben.

TRADOC 525-3-1 definiert Russland und China als Hauptbedrohung der USA, die als erstes zu eliminieren ist. Nordkorea und der Iran stehen erst an zweiter Stelle. Nordkorea spielt die Rolle des nützlichen Idioten. Das kleine Land wird als Bedrohungsphantom aufgebaut, um Südkorea und Japan und andere asiatische Anrainer aufzurüsten und dort “zur Sicherheit” Truppen zu stationieren und Waffen zu verkaufen. Ziel ist die Kontrolle des asiatischen Raumes und die Einschüchterung Chinas.

Meiner Ansicht nach besteht die größere Kriegsgefahr nach wie vor in Russland. Nachdem es über die Ukraine noch nicht so richtig funktioniert hat, wird wahrscheinlich demnächst ein Regime-Change in Moskau versucht. Immerhin ist Russland bereits umzingelt von einem Gürtel ehemaliger Sowjet- bzw. Warschauer-Pakt-Staaten, die militärisch mit der NATO zusammenarbeiten. Seit 2015 haben dort unzählige NATO-Manöver von Finnland bis nach Rumänien stattgefunden. Hier braucht es nur einen kleinen Funken.

Nord-Korea ist für die USA ein altes Trauma. Beinahe wären sie ins Meer geworfen worden. Sie haben mit ihrer materiellen Übermacht das Land 1953 nahezu vollständig dem Erdboden gleich gemacht, im wahrsten Sinn des Wortes: Es gab anschließend kein einziges zweistöckiges Gebäude in ganz Nordkorea.

Korea als Ganzes und jetzt Nord-Korea haben noch niemals ein anderes Land angegriffen und werden es auch jetzt nicht tun. Auch die USA werden Nord-Korea nicht angreifen, weil sowohl China als auch Russland eine Eroberung und Besetzung des Landes nicht zulassen werden. Zudem verfügt Nord-Korea bereits jetzt über Atombomben und Trägersysteme, mit denen sie ganze Flugzeugträgerverbände mit einem Schlag zerstören können.

Die USA haben noch nie ein Land angegriffen, das sich wehren kann. Genau deswegen kann Kim Jong Un gar nicht anders, als sein Land mit Atomwaffen zu schützen.

In diesem Jahr findet in Russland die Fußball-Weltmeisterschaft statt. Spätestens mit dem Putsch in der Ukraine ist Russland in der westlichen Presse und Politik wieder das “Reich des Bösen” und Wladimir Putin der Wiedergänger Hitlers.

Seitdem übt der Westen massiven Druck auf Moskau aus. Sanktionen und Militärmanöver vor der russischen Grenze sind ein paar der “Maßnahmen”, die der Westen seit dem Maidan-Aufstand ein- bzw. durchführte.

Nach Halford Mackinder ist Russland ein integraler Bestandteil des Heartland/der Pivot Area innerhalb seiner Herzland-Theorie. Obwohl diese Theorie bereits Anfang des 20. Jahrhunderts von ihm entwickelt wurde, hat sie in überarbeiteten Versionen bis heute “überlebt”. Mackinders Merksatz, der bis heute Gültigkeit zu besitzen scheint, besagt:

“Who rules Eastern Europe commands the Heartland
Who rules the Heartland commands the World Island
Who rules the World Island commands the World

deutsch:
Wer über Osteuropa herrscht, beherrscht das Herzland.
Wer über das Herzland herrscht, beherrscht die Weltinsel.
Wer über die Weltinsel herrscht, beherrscht die Welt.”

Auch China dürfte dies ähnlich sehen und das Neue Seidenstraßenprojekt Pekings dürfte Ausfluss dieser Einschätzung sein.

Wie bedeutend ist diese Neue Seidenstraße nicht nur für China, sondern auch für die Anrainerstaaten und Europa? Und welche Gefahren liegen für die USA darin?

Die historische Seidenstraße – ein Netz von Karawanenstraßen, das vom Mittelmeer bis nach China reichte – verband schon im Jahr 141 v.Chr. Europa mit dem fernen Osten. Hier wurden Handelsgüter, aber auch Ideen und Kultur ausgetauscht. Über 2000 Jahre später setzt China unter dem Motto “One Belt, One Road” dazu an, die alten Routen wiederzubeleben. Laut Staatschef Xi Jinping soll nicht nur China, sondern weitere 65 Länder entlang der neuen Seidenstraße von neuen Handels- und Kommunikationsbeziehungen profitieren. In diesem Wirtschaftsraum leben 4,4 Milliarden Menschen – also fast zwei Drittel der Weltbevölkerung. Hier wird knapp ein Drittel der weltweiten Wirtschaftsleistung produziert. Dieser gigantische Wirtschaftsraum wird erstmals von Kontinentalmächten dominiert – ein Dorn im Auge der Seemacht USA. Seit vierhundert Jahren beherrschen Seemächte wie Portugal, Spanien, Holland, Frankreich und England die Welt. Nun wird die eurasische Weltinsel für Seemächte unangreifbar, wie es vormals England für Landmächte war.

Der eurasische Wirtschaftsraum ist im Krisen- und Konfliktfall unabhängig vom Meer, das die USA samt allen Meeresengen beherrschen. Die US-Flugzeugträgerflotten sind nicht mehr als gigantische Schrottberge. China setzt nicht auf weltweite Militärstützpunkte, sondern auf Handelsbeziehungen, die im beiderseitigen Interesse sind, und spricht angesichts des bedeutenden Megaprojekts des 21. Jahrhunderts von einer “Schicksalsgemeinschaft”. Es einigte sich bereits mit Russland auf die Bindung des Seidenstraßenprojekts an die Eurasische Wirtschaftsunion und die Entwicklung Sibiriens. Auch Ungarn will dieses Projekt gemeinsam mit China voranbringen. Sollte China alle 65 Anrainerstaaten auf Augenhöhe mit ins Boot holen, könnte von Eurasien ein Friedensimpuls ausgehen. Aus diesem eurasischen Nukleus könnte dann weltweit eine multipolare Friedensordnung entstehen: das wäre das Aus für die unipolare Weltordnung und die New-World-Order-Phantasien Washingtons.

Europa und China haben eine nahezu ausgeglichene Handelsbilanz.

Eine Vertiefung des Handels mit China bringt Europa nur Vorteile. Die USA werden aber mehr und mehr außen vor bleiben und können dann speziell Deutschland nicht mehr in gewohnter Weise ausbeuten, ebenso wie China.

Donald Trump geht hier den richtigen Weg, indem er die amerikanische zivile Industrie wieder stark machen und so eine ausgeglichene Handelsbilanz für sein Land herstellen will. Das aber ist die Voraussetzung, das Weltfinanzsystem zu reformieren und die Welt friedlicher zu machen.

Der US-Dollar gilt als Weltleit- und -reservewährung. Der US-Lebensstandard beruht letztlich darauf. Doch sein Status als wichtigste Währung der Welt erodiert immer mehr. China und Russland setzen beispielsweise auf Verträge in der jeweiligen Landeswährung und Peking hat seit 18. Januar den – wenn man so will – goldgedeckten Petro-Yuan eingeführt.

Wie gefährlich ist diese Entwicklung für die USA (und damit dem Westen)? Kann oder muss Washington darauf reagieren? Und wenn ja, wie kann dies aussehen?

Im 20. Jahrhundert stiegen die USA dank des Währungssystems mit dem Dollar als Leitwährung zur führenden Weltmacht auf. Für diesen Aufstieg war das Dollar- und Schuldensystem schon nach dem Ersten Weltkrieg ganz wesentlich, als es um die Begleichung der Kriegskredite ging. Die Darlehensgeber der Wall Street bestanden – anders als von ihren Verbündeten wie England und Frankreich erwartet – auf der Rückzahlung der Schulden, was zur finanziellen Ausblutung der ehemaligen Alliierten führte, die dann Deutschland ausbluten ließen. Bis zu diesem Zeitpunkt war es in aller Welt üblich gewesen, dass Waffenlieferungen an Verbündete als Kriegskosten abgeschrieben wurden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg vergrößerten die USA dank Bretton Woods ihren globalen Einfluss: Nun bildete der Dollar die Ankerwährung, und die Vereinigten Staaten verfügten bei den neu geschaffenen Institutionen – dem Internationalen Währungsfonds und der Weltbank – über ein Vetorecht. Diese internationalen Organisationen vergaben an Staaten nur Kredite, wenn diese Staaten sich dem Diktat von Währungsfonds und Weltbank unterwarfen. Die Staaten, die nicht auf Kredite angewiesen waren – wie z.B. Libyen und Syrien – wurden mit Krieg überzogen. Hier kann man sehen, wie Washington reagiert, wenn jemand nicht mitspielt. Den Verlust des Dollars als Leitwährung wird Washington nicht ohne weiteres hinnehmen. Dadurch steigt weltweit die Kriegsgefahr.

Siehe Antwort auf Frage 10.

 

Am Ende des Interview noch eine persönliche Frage: Sie beide gelten in den alternativen Medien als wichtige Informationsquellen, deren Meinungen und Einschätzungen gerne eingeholt werden.

Warum glauben Sie, können Sie Ihre Themen fast nur noch bei den alternativen statt bei den klassischen Medien platzieren?

Das habe ich in der Antwort zu 8 schon angedeutet. Wenn in den Massenmedien tatsächlich über die Hintergründe der Kriegs- und Migrationsbewegungen informiert würde, würde die Bevölkerung nicht mitmachen. Daher darf man eine solche Information auf keinen Fall zulassen.

Wir werden ja auch als “Verschwörungstheoretiker” von der öffentlichen Debatte ausgeschlossen (in einer Anweisung vom 1. April 1967 – kein Aprilscherz! – hat die CIA aufgefordert, alle Zweifler an der offiziellen Darstellung des Kennedy-Attentates als Verschwörungstheoretiker zu diffamieren) – wie wir sehen, mit großem Erfolg. Zusätzlich werden heute Kritiker der Politik der “westlichen Wertegemeinschaft” gern in die rechte Ecke gedrängt. Das ist bei mir angesichts des Schicksals meines Großvaters – als Forstmann 1934 mit Berufsverbot belegt und im Mai 1938 in das KZ Sachsenhausen verschleppt – ja nun wirklich absurd.

Weil die Systemmedien von der Politik, dem militärisch-industriellen Komplex, nahezu vollständig kontrolliert werden, usurpiert sind.

Das “Netz” ist der einzige Freiraum, der noch für eine offene Diskussion zur Verfügung steht. Genau deswegen wird seit vielen Jahren versucht, das Netz unter Kontrolle zu bringen, wie die die Systemmedien.

Das NetzDG von Herrn Maas ist dabei nur der letzte ungeheuerliche Schritt in einer Reihe von Angriffen auf die Meinungsfreiheit, wie auch die Politische Korrektheit.

Und zu guter Letzt: Wie glauben Sie wird sich das Jahr 2018 entwickeln. Sowohl in geopolitischer als auch aus persönlicher Sicht?
Ehrlich gesagt, habe ich nicht viel Hoffnung, dass sich an der imperialen Politik etwas ändern wird. Bis jetzt sind die US-Strategie-Papiere konsequent umgesetzt worden, ganz gleich unter welchem Präsidenten. Meine Hoffnung ist, dass immer mehr Menschen gegenüber der Meinungsindustrie mißtrauisch werden und zu einer selbständigen Beurteilung der Zusammenhänge kommen. Wir brauchen jeden Einzelnen. Was wir nicht brauchen, sind populistische Sprüche, die es dem Mainstream leicht machen, unangenehme Wahrheiten zu disqualifizieren.

Ich möchte mich in Zukunft mehr der Natur und dem einfachen Leben zuwenden und setze meine Hoffnung in die vielen mutigen Menschen, die frei und wahrhaftig denken und leben.

Das Jahr 2018 wird das Jahr der Wahrheit werden.

Immer mehr “verbotene” Wahrheiten kommen ans Licht. Der “Deep State” in USA gerät gerade in höchste Bedrängnis durch die Veröffentlichung des “FISA-Memos”. Manche große Zeitung in Deutschland ändert seine Richtung, weil die Verkaufszahlen derart eingebrochen sind.

Donald Trump hat dem US-Interventionismus eine Absage erteilt und wir sehen, dass Syrien kurz vor dem Ende des Kriegs steht. Ich sehe dem Jahr 2018 mit Spannung, aber großem Optimismus entgegen. Donald Trump und damit die USA werden keinen neuen Kriegsschauplatz eröffnen.

An dieser Stelle vielen Dank an die beiden Interviewten, die als Rede & Gegenrede ihren jeweiligen Standpunkt vertreten und ihre Meinung kund getan haben. Wir wünschen Wolfgang Effenberger in seinem “Rückzugsort” alles erdenkliche Gute und Peter Haisenko mit seiner Online-Plattform Anderweltonline sowie für ihre jeweilige Arbeiten weiterhin viel Erfolg.


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