Die Idee hinter Im Gesprae.ch – Perspektivwechsel, Blickwinkel und Medienkompetenz

Dabei ist gerade dieser zweite Blick, diese andere Sichtweise, dieser Perspektivwechsel so wichtig – um zu verstehen, um abzuschätzen und um in einen ehrlichen, offenen Diskurs gehen zu können. Doch leider findet man immer weniger einen ehrlichen, ungefärbten Journalismus in unseren Zeitungen, Magazinen, Nachrichtensendungen und sogar in der Übertragung von Sportereignissen. Alles wird unter dem Deckmantel des Kommentars, der eigenen Meinung von den Gesichtern des Journalismus verformt, verdreht und manipuliert. Die damit einhergehende Konditionierung nehmen die meisten Menschen schon lange nicht mehr war. Und doch ist sie genau das – eine klassische Konditionierung, damit der Status Quo nicht hinterfragt wird. Ein Status Quo, in dem auch die Journalisten unserer Zeit aus Angst um die eigene Existenz die unausgesprochene Selbstzensur durchführen. Niemand muss ihnen mehr sagen, was gesagt und geschrieben werden darf. Wie die Blattlinie aussieht. Oder welche Themen opportun und damit druck- und sendefähig sind. Diesen Job erledigt gewissenhaft inzwischen die Schere im eigenen Kopf.

Mit Im Gesprae.ch soll der Versuch gestartet werden, auch kontroverse Themen inhaltsvoll, detailliert und faktenreich zu diskutieren. Einmal als klassisches Einzelinterview zu einem bestimmten Thema; einmal als persönliches Interview, in dem es mehr um die interviewte Person selbst geht; aber auch – wenn möglich – aus zwei Blickwinkeln betrachtet, mit zwei unterschiedlichen Interviewpartnern. Dann aber mit zwei “Diskutanten”, die die gleichen Fragen aus ihrer eigenen Wahrnehmung heraus beantworten sollen. Jedoch nie in Form eines aufeinander abgestimmten Interviewmarathons, wo sich die beiden “Diskutanten” zuvor zu ihren Antworten austauschen konnten oder wo sie die Antworten der zweiten interviewten Person bereits kennen. Insbesondere diese letztgenannte, “andere Form des Interviews” soll dem Leser ermöglichen, dass dieser nicht mehr nur eine vorgefertigte Meinung mit einem bestimmten Dreh zu hören bekommt, sondern dass diesem ein Themenkomplex durchaus kontrovers präsentiert wird. So dass das eigene Nachdenken nicht mehr allein an die “Medienschaffenden unserer Zeit” übertragen werden kann.

Mitdenken, kritisch sein, seine eigene Medienkompetenz stärken. Dies ist der Ansatz und das Bestreben hinter Im Gesprae.ch.